Spiekeroog

19.7.2017

Finale des Kunststipendiums „Zeltplatz Residenz“ auf Spiekeroog

 

 

Projekt „Leichte Bilder“ bringt Fotografie in die Inselstraßen

 

Spiekeroog/Frankfurt, 19. Juli 2017. Zum vierten Mal war die Nordseeinsel Spiekeroog diesen Juni das Zuhause eines Künstlers im Rahmen des Kunststipendiums „Die Spiekerooger Zeltplatz Residenz“. Die Siegerin, die Münchner Künstlerin Vera Nowottny, hatte die Jury mit ihrem Projekt „Leichte Bilder“ zum Thema „Willkommenskultur“ überzeugt und war nun auf dem Spiekerooger Zeltplatz zu Gast, um ihr Vorhaben zu realisieren und die Schilder der Insel mit erklärenden Fotografien auszustatten. Auch 2018 wird die Zeltplatz Residenz ausgeschrieben, das Motto lautet dann „Paradies“.

 

Die Straßenschilder der grünen Nordseeinsel sehen anders aus als sonst: Unter den Beschriftungen sind wetterfeste Fotografien angebracht, die die Wörter auf den Tafeln und Wegweisern Spiekeroogs verbildlichen. „STOP“ – auf dem dazugehörigen Foto hält ein Mann die Handflächen hoch. Am Hundestrand dagegen ist am Schild eine Fotografie angebracht, die ein Rudel Dackel beim Schwimmen im Meer zeigt.

 

Die insgesamt 216 Fotografien sind das Ergebnis des Siegerprojekts der Künstlerin Vera Nowottny. Die Idee entsprang ihrer Arbeit mit minderjährigen Flüchtlingen in München, bei der sich die Verständigung ohne gemeinsame Sprache und unterschiedlichem Zeichenrepertoire als problematisch erwies. Diese Probleme bekommen Flüchtlinge in Deutschland auch im Alltag auf den Straßen zu spüren: Gerade bei uns ist das auf Schrift basierende Regelwerk im öffentlichen Raum von großer Bedeutung, wie die Allgegenwärtigkeit von Informationstafeln, Hinweis- und Verbotsschildern in unseren Städten zeigt. So zielte „Leichte Bilder“ auf eine bessere Verständlichkeit der deutschen Sprache und deren Regelwerk für Nicht-Muttersprachler ab, wenn mündliche und schriftliche Sprache sowie Zeichensprache bei der Vermittlung einer Botschaft nicht ausreichen. „Umso besser funktioniert das Medium Fotografie, das Personen nicht nur die Dekodierung einer Botschaft erleichtert, sondern auch das Erlernen einer Sprache, wie Studien gezeigt haben“, so die Künstlerin. Wichtig war Vera Nowottny auch, die Inselbewohner in das Kunstprojekt einzubinden und sie wann immer möglich in ihre Fotografien zu integrieren, da den Spiekeroogern eine offene Willkommenskultur auf ihrer Insel am Herzen liegt.

 

Noch bis November 2017 werden die Bilder auf Spiekeroog zu sehen sein, eine Broschüre liegt vor Ort aus. Gäste der Insel, die den Fotografien von Vera Nowottny bei ihrem Besuch begegnen, sind dazu eingeladen, Bilder des Projekts auf der offiziellen Facebook-Seite von Spiekeroog und unter dem Beitrag zur Zeltplatz Residenz zu teilen und von ihren ganz persönlichen Eindrücken und Gefühlen mit dieser neuen Interpretation von Hinweisschildern zu berichten.


Hintergrundinformationen

  • Spiekerooger Zeltplatz Residenz 2018 

Auch nächstes Jahr wieder wird Spiekeroog einen Sommermonat lang Heimat eines Künstlers oder einer Künstlerin im Rahmen der Zeltplatz Residenz sein. 2018 wird sich das Kunststipendium um das Thema „Paradies“ drehen. Die Ausschreibungsunterlagen werden ab August 2017 auf der Webseite www.spiekeroog.de zu finden sein.

  • Die Künstlerin 

Vera Nowottny hat von 1988 bis 1991 eine Ausbildung zur Fotografin in Würzburg absolviert. Es folgten Auslandsaufenthalte in Santiago de Chile und den USA und von 1993 bis 1998 das Studium an der Fachhochschule Würzburg im Studiengang Kommunikationsdesign.
2009 bis 2013 promovierte sie im Fach Kunst und Design an der Bauhaus Universität in Weimar. Als Dozentin für Fotografie ist sie seit 2014 an der Hochschule Diploma tätig. Presseanfragen beantwortet Vera Nowottny gerne, per E-Mail an fotografie_nowottny@feldgestaltung.de oder telefonisch unter +49 (0) 174 9771245.

  • Die Spiekerooger Zeltplatz Residenz 

Das Kunststipendium "Spiekerooger Zeltplatz Residenz" wird von der Nordseebad Spiekeroog GmbH und privaten Stiftern ausgerichtet. Der Wettbewerb ermöglicht dem Gewinner die Umsetzung eines temporären Kunstprojekts auf der autofreien Nordseeinsel. Als Residenz wird ein Zelt auf dem Spiekerooger Zeltplatz zur Verfügung gestellt – daher auch der Name der Aktion. Gefördert werden Kunstprojekte, die im öffentlichen Raum stattfinden, Aufmerksamkeit für soziale und ökologische Problematiken generieren und in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür schaffen. Die Ausschreibung richtet sich an Künstler und Künstlerinnen der Installations-, Land Art-, Performance-, Foto- und Video-Kunst ohne Altersbeschränkung. Die erste Spiekerooger Zeltplatz Residenz beschäftigte sich 2014 mit dem Thema „Wohnraum“, es folgten 2015 „Ich sehe was, was du nicht siehst“ und 2016 „Reizklima“.

  • Für Inselinformationen und Unterkunftsanfragen: www.spiekeroog.de.
  • Presseinformationen und Fotos in hoher Auflösung zum Download.

 

Über Spiekeroog 

Spiekeroog gehört zu den ostfriesischen Inseln im niedersächsischen Wattenmeer, hat eine Fläche von 18 Quadratkilometern und zählt ungefähr 800 Einwohner. Das staatlich anerkannte Nordseeheilbad verfügt über einen kilometerlangen feinen Sandstrand, kleine Wäldchen, eine reizvolle Dünenlandschaft und einen idyllischen Dorfkern. Auf der grünen Insel trübt nichts den unbeschwerten Naturgenuss, denn Spiekeroog ist autofrei.