Costa Rica wird OECD-Mitglied

Costa Rica
Costa Rica wird OECD-Mitglied

38. OECD-Staat und 4. lateinamerikanisches Land in der internationalen Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit – Erfolge im Kampf gegen Corona und Vorbereitung für den sicheren Restart im Tourismus

San José / Frankfurt am Main, 27. Mai 2020 – Costa Rica ist neues OECD-Mitglied. Dies haben die 37 Staaten der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit ein-stimmig beschlossen. Mit seinem Beitritt ist Costa Rica eher eine Ausnahme in den Reihen der Mitgliedsländer, denn es ist nach Mexiko, Chile und Kolumbien erst das vierte Land aus Lateinamerika und der Karibik, das zum internationalen Zusammenschluss gehört.

Zuvor hatte Costa Rica wichtige Reformen durchgeführt, die es dem Land ermöglicht haben, seine Rechtsvorschriften, Strategien und Praktiken an OECD-Standards anzupassen. Dabei wurde vor allem in Bereichen der Wettbewerbspolitik, auf dem Gebiet statistischer Daten, in der Bestechungsbekämpfung sowie in der Corporate Governance staatseigener Unternehmen nachgebessert. Zudem gab es auch in den Sektoren Finanzmärkte, Steuertransparenz und Management von Industriechemikalien einige Veränderungen.

„Wir freuen uns sehr, Costa Rica in einer Zeit in der OECD-Familie begrüßen zu dürfen, in der Multilateralismus wichtiger ist denn je. Der beste Weg, um den globalen Herausforderungen von heute zu begegnen, besteht darin, dass aufstrebende, sich entwickelnde und fortgeschrittene Volkswirtschaften gemeinsam an Lösungen arbeiten “, sagte Angel Gurría, Generalsekretär der OECD.

Innovativ durch die Krise und in Vorbereitung für den Restart des Tourismus

Die Bemühungen des kleinen Landes im Herzen Mittelamerikas waren jedoch auch in einem weiteren Bereich von Erfolg gekrönt. So konnte Costa Rica die Corona-Pandemie recht gut bekämpfen und zog nach der ersten Infektion am 6. März eine vorläufige, positive Bilanz im Hin-blick auf die Handhabung der Krise mit insgesamt rund 1.000 Fällen im ganzen Land (Informationen unter https://www.ministeriodesalud.go.cr)  Der Anstieg der Corona-Fälle konnte gesenkt werden, die Sterblichkeitsrate in Costa Rica ist die niedrigste auf dem Kontinent. Dies sei vor allem auf die konsequente Reaktion der Regierung, die gute interinstitutionelle Zusammenarbeit verschiedener Behörden und die weitgehende Einhaltung der Vorgaben durch die Bevölkerung zurück zu führen, wie es aus einem Länderbericht der Konrad Adenauer Stiftung hervor-geht.

Darin werden auch weitere wichtige Faktoren im Kampf gegen die Pandemie aufgeführt. Dabei ist Costa Ricas wichtigster Trumpf sein solides Gesundheitssystem, das zu den besten in Lateinamerika gehört. Die costa-ricanische Sozialversicherungskasse verfügt über Krankenhäuser im ganzen Land. Ferner setzt das Land auf eine enge Zusammenarbeit mit multilateralen Institutionen. So geht die Initiative Act Accelerator1 der WHO, die einen Mechanismus zum Zugriff auf relevante Technologien im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus bieten soll, auf den Vor-schlag Costa Ricas zurück.

Auch wird im Land nach einem Mittel gegen Covid-19 gesucht, Wissenschaftler arbeiten hier auf Hochtouren, wie in verschiedenen Medien berichtet wird. So ist es dem costa-ricanischen Institut für Forschung und Lehre in Ernährung und Gesundheit (INCIENSA) gelungen, das Genom des Coronavirus zu kartieren. Damit kann das Institut feststellen, inwieweit sich das Virus verändert und auch langfristig zur Prävention und Kontrolle der Krankheit beitragen. Zudem soll das Clodomiro Picado-Institut der Universität von Costa Rica laut eigenen Angaben dabei sein, ein Se-rum gegen das Coronavirus zu entwickeln. Grundlage für die Behandlung sei das Blut von Menschen, die sich von Covid-19 erholt haben.

Die costa-ricanische Botschafterin in Deutschland, Lydia María Peralta Cordero, lobte das hervor-ragende Gesundheitssystem sowie die strengen, aber effizienten Präventionsmaßnahmen der Regierung. „Wir sind froh, dass das Land das Virus so gut eindämmen konnte und hoffen, bald auch wieder Touristen in Costa Rica begrüßen zu dürfen. Schließlich gehört Costa Rica weiterhin zu den Topreisezielen für Europäer. Und das soll auch nach der Krise so bleiben“, meinte die Botschafterin abschließend.  Costa Rica steht in den Startlöchern und will so bald wie möglich wieder Touristen empfangen. Um der Branche einen sicheren Restart zu ermöglichen, haben Mitarbeiter des costa-ricanischen Tourismusinstituts (ICT) in Zusammenarbeit mit Vertretern aus dem Privatsektor Maßnahmen-Kataloge für die verschiedenen Tourismusbereiche und Regionen entwickelt. Darin enthalten sind notwendige Vorkehrungen für eine sichere Wiederbelebung der Reisebranche angesichts der COVID-19-Krise.
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