Jerusalem feiert das Mekudeshet Festival mit Künstlern aller Religionen

Frankfurt, 28. August 2019, Der Name ist Programm beim Mekudeshet Festival, das vom 4. bis 21. September 2019 in Jerusalem gefeiert wird. Denn mekudeshet heißt auf Hebräisch so viel wie „heilig“ und entspricht dem Ziel der Veranstaltung: Sie will Künstler, Musiker und Kulturschaffende aller Religionen zusammenbringen und es Besuchern ermöglichen, ebenfalls in diese Welt einzutauchen. Damit ist das Mekudeshet Festival, das vom Jerusalem Season of Culture (JSOC) organisiert wird, viel mehr als ein Fest der guten Musik. Es will die Weltoffenheit der heiligen Stadt hervorheben und Grenzen auflösen.

Fast drei Wochen lang geben sich internationale Künstler verschiedenster Couleur die Klinke in die Hand. Die unterschiedlichen Events und Performances sind dabei auf die gesamte Stadt verteilt. Diese kann beispielsweise durch eine künstlerische Reise auf eine ungewöhnliche Art entdecket werden. So wird eine Audiofahrt im Podcast-Stil angeboten, bei der die Teilnehmer die abwechslungsreichen Gegenden der Stadt über Kopfhörer erkunden und sich dabei lediglich von den Stimmen und Geschichten faszinierender Persönlichkeiten Jerusalems leiten lassen. Bei dieser Reise, die täglich während des Festivals durchführbar ist, werden die Teilnehmer aufgefordert, sich der Realität Jerusalems zu stellen.

Ein weiteres Highlight sind sicherlich auch die Fenstergeschichten, eine massive, farbenfrohe Installation im Stadtzentrum, die vollständig aus historischen Fenstern besteht. Diese stammen aus den verschiedenen Gemeinden Jerusalems und wurden sogar in der New York Times vorgestellt. Am 5. September stehen sie im Mittelpunkt von Antenna, einem zwölfstündigen Event, das bei Sonnenuntergang mit einer festlichen, musikalischen Prozession im New Orleans-Stil beginnt und sich durch die Straßen der Stadt schlängelt. Die Teilnehmer tragen dabei einen massiven Turm mit sich.

Zwei ganz besondere Konzerte erwarten die Besucher auch am 12. September beim Shalem. Vor dem Hintergrund der alten Stadtmauern wird an der Nahtstelle, die einst Ost und West trennte, ein neues Orchester von 200 Musikern eine eigens für diese Stadt geschriebene Partitur aufführen. Bei den Künstlern handelt es sich sowohl um Profis als auch um Amateure, die aus allen Bezirken Jerusalems stammen und miteinander musizieren wollen. Das Besondere dabei ist: Sie tun dies mit defekten Instrumenten, die aus Häusern, Schulen und Konservatorien in der ganzen Stadt gesammelte wurden. Mit dieser außergewöhnlichen Performance wollen sie eine neue Geschichte darüber erzählen, wie man Kreativität Mitgefühl, Nähe und Harmonie fördern kann, selbst und vielleicht besonders aus dem heraus, was zerbrochen wurde.

Weiter dürfen sich die Besucher des Mekudeshet Festival bei der Aktion „23 Stunden im Turm“ über geistliche Musik non-stop im Tower of David (19. bis 20. September) freuen oder am 19. September der Orchestra Baobab aus dem Senegal lauschen. Letztere wird oft als Buena Vista Social Club Afrikas bezeichnet.

Gleich an mehreren Tagen steht mit Blindsight eine weitere ungewöhnliche Inszenierung auf dem Programm. Dabei werden die Zuschauer etwa eineinhalb Stunden lang von den Stimmen, Stücken und Liedern eines Chores eingehüllt, wobei die Chormitglieder auf eigens für die Darbietung geschaffenen Instrumenten spielen. Doch das ist nicht das einzig außergewöhnliche. Auch das Publikum nimmt darin eine besondere Rolle ein. Denn es ist eingeladen während des Zuhörens zu sitzen, zu gehen oder auf dem Boden zu liegen. Damit soll ihre Wahrnehmung auf Berührung und Klang reduziert werden.

Als Treffpunkt an der Naht zwischen Ost und West soll schließlich die Abendtaverne Feel Beit fungieren. Es ist ein Platz zum Essen, Tanzen und auch zum Nachdenken.

Alle Veranstaltungen sowie weitere Details unter https://en.mekudeshet.com

Über JSOC
Bei der veranstaltenden JSOC handelt es sich um eine unabhängige Kunstorganisation, die 2010 gegründet wurde. Sie setzt sich als strategische Kraft für die Erneuerung Jerusalems ein. Sie soll als pluralistische und kreative Stadt etabliert werden. Ihr Flaggschiff-Programm ist das Mekudeshet, ein zeitgenössisches Kulturfestival wie kein anderes, das Jerusalems größte natürliche Ressource – seine Heiligkeit – zurückgewinnt und es als Kraft zur Schaffung von Gemeinsamkeiten, Pluralismus und Kreativität durch die Kunst neu definiert.

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