Nachhaltiger Tourismus: Ein Zukunftsmodell für die Balearen

Balearen

Frankfurt am Main, 28.03.2017 – Im Jahr 2017, das von der UN-Generalversammlung zum Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung erklärt wurde, stehen die Balearischen Inseln als offizielle Partnerregion der Welttourismusorganisation ganz im Zeichen einer verantwortungsvollen Kombination von wirtschaftlicher Entwicklung und Nachhaltigkeit. Mit der aus diesem Anlass entwickelten Strategie für einen nachhaltigen Tourismus 2017-2020 soll ein Tourismusmodell geschaffen werden, das einerseits die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung der Inselgruppe stärkt, andererseits Umweltschutz, Bekämpfung des Klimawandels, effiziente Nutzung der Ressourcen, territoriale Ausgewogenheit sowie eine Verringerung der Armut und Schaffung von Wohlstand fördert.

Die Wettbewerbsfähigkeit auf der Basis eines nachhaltigen Tourismusmodells steht im Einklang mit den allgemeinen Grundsätzen der Nachhaltigkeit, den kulturellen Werten, Vielfalt und Kulturerbe, gegenseitigem Verständnis, Frieden und Sicherheit.

Ziel ist es, das nachhaltige Tourismusmodell in die Tourismuspolitik aller öffentlichen und privaten Akteure zu integrieren und Projekte im Bereich Kultur, Kulturerbe und Natur der Balearischen Inseln zu fördern. Mit besonderen Initiativen wie beispielsweise dem Projekt “Balearen – Better in Winter” wird die Nebensaison verstärkt beworben, um die Gäste mit zahlreichen Angeboten im Frühling, Herbst und Winter auf die Inseln einzuladen – ideal, um Natur, Kultur und Sport auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera zu genießen.

Die finanziellen Mittel zur Umsetzung dieser Strategie stammen unter anderem aus der Touristensteuer, die im vergangenen Jahr auf den Balearen eingeführt wurde. Wie die Kommission für nachhaltigen Tourismus entschied, sollen die damit erzielten Einnahmen in Höhe von etwa 30 Millionen Euro in 46 Projekte fließen, von denen 33 dem Bereich Umweltschutz zuzurechnen sind und knapp 24 Millionen Euro erhalten. Geplant sind Investitionen in den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt – beispielsweise Projekte für Wasservögel, Waldbrandvorbeugung und Öko-Landwirtschaft –, ein Shuttle-Service an Naturstränden, ein Beschäftigungsprojekt für Sozialschwache bei der Strandreinigung und der Schutz des Welterbes der Tramuntana.

Rund 14,6 Millionen Euro – also knapp die Hälfte der Einnahmen aus der Touristensteuer des vergangenen Jahres – sind dabei für die Verbesserung der Wasserversorgung veranschlagt. Hier sollen insgesamt 15 Projekte für eine Sanierung und Modernisierung der Infrastruktur rund um den Wasserzyklus auf der balearischen Inselgruppe sorgen.

Diese langfristigen Investitionen stellen vor allem für die Insel Mallorca, die von regelmäßig wiederkehrenden Trockenperioden besonders während der touristischen Hauptsaison stark betroffen ist, eine große Unterstützung dar. Daneben sollen die finanziellen Mittel in den Ausbau des inselweiten Wasserleitungsnetzes, die Wasseraufbereitungsanlagen in Sóller und auf Cabrera sowie in die Kläranlagen von Porreres und Camp de Mar investiert werden. Nicht zuletzt wird eine bessere Verwaltung der Grundwasserdepots angestrebt.

Neben den Projekten im Bereich Umweltschutz will die Kommission für nachhaltigen Tourismus die Einnahmen aus der Touristensteuer in Beschäftigungsprojekte wie eine geplante Berufsschule für  Bootsrepearaturen- und technik, in Forschung und Entwicklung, in das kulturelle und historische Erbe der Inselgruppe sowie in Projekte zur Belebung der Nebensaison investieren.

Weitere Informationen:

http://www.sustainableislands.travel/sites/impostturisme/en/whats_that_tax_about/?campa=yes

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