Zukunft der Geschäftsreisen: Mix aus virtuellen und physischen Treffen – Prozessoptimierung und Digitalisierung im Aufwind – Sicherheit hat Vorrang

Aktuell

Frankfurt am Main, 19. August 2020. Der persönliche Kontakt spielt bei Dienstreisen weiterhin eine zentrale Rolle, obwohl viele Unternehmen durch die Corona-Krise die Vorteile der Digitalisierung zu schätzen gelernt haben. So lautete der Tenor des 5. Agentur-Cafés der Kommunikationsagentur global communication experts, zum Thema „Corona beschleunigt die Digitalisierung – was bedeutet das für die Zukunft der Geschäftsreisen?“. Es diskutierten und stellten sich den Fragen der Journalisten:

  • Martin Gruber, Managing Director – Central Europe der Avis Budget Group
  • Tony Seifarth, Sales & Marketing Manager Cathay Pacific Airways
  • David Renzmann, Area Manager Germany & Georgia The Ascott Limited
  • Andreas Neumann, Geschäftsführer DERPART, Schwerpunkt Business Travel (DTS)
  • Tom Fecke, Geschäftsführer Sabre Deutschland Marketing GmbH

Im Vordergrund der Diskussion, die erneut von Dorothea Hohn, Managing Partner von global communication experts, moderiert wurde, standen zudem die Optimierung und Digitalisierung von Prozessen, die durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Aufschwung erlebten.

Prozessoptimierung

„Es ergeben sich auch Chancen durch die Corona-Pandemie. So waren wir gezwungen, Prozesse zu überdenken und zu optimieren“, erklärt Tom Fecke, Geschäftsführer von Sabre Deutschland Marketing. Das Unternehmen ist für virtuelle Reiselösungen zuständig. Digitalisierung und Wirtschaftlichkeit rückten damit in den Vordergrund, es würden neue, hybride Reiseformen entwickelt, die sowohl auf physische als auch auf virtuelle Präsenz setzen. Doch obwohl sich in vielen Unternehmen das Webconferencing durchgesetzt habe, seien der persönliche Kontakt und der kulturelle Austausch für eine Business-Abwicklung unerlässlich. „Geschäftsreisen werden sich, auch wenn sie sich momentan auf einem sehr niedrigen Niveau befinden, irgendwann wieder auf ihrem früheren Level von 2019 einpendeln“, davon ist Andreas Neumann, Geschäftsführer von DERPART mit dem Schwerpunkt Business Travel, überzeugt. Denn es gebe auch Unternehmen, die ihre Mitarbeiter – etwa Ingenieure, Einkäufer, Monteure – in die Welt bringen müssten. Für sie ist ein persönliches Erscheinen vor Ort unerlässlich. Die Digitalisierung werde nie physische Treffen ersetzen, diese jedoch durchaus sinnvoll ergänzen. Geschäftsreisebüros werden dabei auch künftig eine wichtige Rolle spielen, so Neumann, das habe gerade die Krise gezeigt, in der Anbieter für Kunden schwer erreichbar waren, die Reisebüros aber immer zur Verfügung standen.

Digitale Tools

Schließlich sei es in heutiger Zeit besonders wichtig, Kunden sinnvolle Tools anzubieten. „Die Kunst ist jedoch, diese auf ihre Bedürfnisse zuzuschneiden und durch sie einen Mehrwert zu generieren“, erläutert Neumann. Der gesamte Markt befindet sich in Bewegung, so die einhellige Meinung im Expertenkreis. In allen Geschäftssegmenten gibt es zahlreiche Veränderungen. So geht ein Trend zu Online-Buchungstools, die sich auf das mobile Endgerät konzentrieren. „Wir arbeiten ganz stark auf einen kompletten, kontaktlosen Aufenthalt der Gäste in unseren Häusern hin – vom Check-in bis zum Check-out. Die Digitalisierung schreitet bei uns mit großen Schritten voran“, weiß David Renzmann, Area Manager Germany und Georgia von The Ascott Limited. In den Häusern der Gruppe, die während der letzten Monate durchgehend geöffnet waren und teilweise schon wieder eine recht gute Auslastung haben, lesen die Gäste Zeitungen und Magazine nur noch ausschließlich online auf ihren Endgeräten, das Papier-Format sei abgeschafft worden. Über eine App kann zudem die Waschmaschine gestartet werden, der Münzeinwurf entfällt ebenso wie in anderen Automaten der Longstay-Häuser. Aktuell sei man dabei, alle Voraussetzungen zu schaffen, um auch Zimmertüren kontaktlos per App zu öffnen.

Sicherheit

Digitale Tools tragen auch erheblich zur Sicherheit bei und diese möchten Firmen auf Geschäftsreisen gewährleistet wissen. So spielen Sicherheitsvorkehrungen vor allem beim Fliegen eine immense Rolle. „Wir haben den gesamten Flugprozess komplett verändert. Unsere Maschinen werden in kürzeren Intervallen gereinigt, wir setzen alle Hygiene- und Abstandsregelungen um und stellen auch ein Care Paket, das unter anderem Maske und Desinfektionsgel enthält, für unsere Passagiere bereit“, erläutert Tony Seifarth, Sales & Marketing Manager von Cathay Pacific Airways. Auch er gibt sich optimistisch und glaubt, dass sich die Geschäftsreisen, sobald die Reisebeschränkungen fallen, wieder erholen werden. Der asiatische Markt und auch der Umsteiger-Verkehr in Hongkong sind für das Unternehmen dabei extrem wichtig wie auch generell das Frachtgeschäft. Dem stimmt auch Martin Gruber, Managing Director Central Europe der Avis Budget Group zu. Durch die Reisebeschränkungen verzeichne das Unternehmen aktuell ein geringeres internationales Geschäftsaufkommen, dafür seien inländische Anfragen deutlich stärker und man sehe zudem optimistisch in die Zukunft. „Wir kompensieren in Teilen diese Ausfälle durch eine Verschiebung des Fokus der Geschäftsfelder. So liegt das Langzeitmieten von Autos hoch im Kurs, denn viele Firmen möchten derzeit lieber nicht in den eigenen Fuhrpark investieren, stattdessen mieten sie bei uns einen Wagen im Monatsturnus“, führt Gruber weiter aus. Zudem seien individuelle Mobilitätslösungen derzeit als Alternativen zu Flugzeug und Bahn gefragt, da erstere für Kunden aktuell eine sichere Transportoption darstellen.

Bezüglich der Preisgestaltung waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig: Im Business Travel werden die Preise, trotz der vielseitigen Veränderungen des Marktes, weitgehendst stabil bleiben.

Fazit

Das Geschäftsreisesegment, das zwei Drittel des Gesamtvolumens des Reise- und Tourismusmarktes ausmacht, ist im Wandel. Die Corona-Pandemie hat zur Beschleunigung von Optimierungsprozessen geführt, die Digitalisierung wurde beschleunigt und das Sicherheitsbedürfnis ist gestiegen. Jedoch werden virtuelle Meetings den persönlichen Austausch nicht ersetzen, vielmehr erwarten die Experten, dass sich der Geschäftsreisemarkt in Zukunft auf das Level von 2019 einpendeln und es künftig einen Mix aus virtueller und physischer Präsenz geben wird. Eine Prognose, wann es zu einer vollständigen Erholung des Business-Travel-Marktes kommen werde, gaben die Diskussionsteilnehmer des GCE-Agentur-Cafés zwar nicht ab. Sie stimmten aber darin überein, dass das kommende Jahr erst einmal der Überbrückung diene und im Jahr 2022 eine Erholung möglich sei. Unabhängig davon wird sich der Bleisure-Bereich weiter entwickeln, denn das Kombinieren von Geschäftsreisen mit den privaten Urlaubstagen bringe Vorteile sowohl für Unternehmen als auch für seine Mitarbeiter.

Die Aufzeichnung des 5. GCE-Agentur-Cafés ist unter https://gce-agency.com/ oder hier zu finden.

 

Über global communication experts

Global Communication Experts GmbH (GCE) ist eine der führenden deutschen Repräsentanz-, Marketing- und Kommunikationsagenturen im Bereich Tourismus und Hotellerie. Zu den Kunden der Agentur mit Hauptsitz in Frankfurt und einer Dependance in München gehören unter anderen die Tourismus-Organisationen von Costa Rica, Indonesien, The Beaches of Fort Myers and Sanibel, Teneriffa, Québec, Ras Al Khaimah, die Kreuzfahrt-Unternehmen TransOcean und VIVA Cruises, Kunden aus dem Reisevertrieb wie DERPART und der Luxus-Hotellerie wie das Atlantis The Palm, Dubai, die Giardino Group, das Hideaway FORESTIS in Südtirol sowie die Luxus-Immobilienentwicklung und das Golfresort Is Molas auf Sardinien. GCE ist Gründungsmitglied des internationalen Agenturnetzwerkes Pangaea Network, sowie Mitglied des Deutschen Reiseverbands (DRV), des Travel Industry Club und der touristischen Nachhaltigkeitsinitiative Futouris e.V.

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