„Die Zukunft der Ferienresorts liegt im Freien“
Ted Tomas, Gründer von Tomasi Tourism, über veränderte Gästeerwartungen, den Aufbau neuer Resortkonzepte und das Delta Open Air Resort als Modell der nächsten Generation
Die Hospitality-Branche steckt in einem Umbruch. Reisende suchen Regionen, die zu ihrem Leben passen: flexibel, bedeutsam und mit echtem Bezug zur Umgebung. Sie möchten denselben Ort auf unterschiedliche Arten erleben – aktiv oder ruhig, als Familie oder zu zweit, mit Fokus auf Erholung oder Abenteuer. Ted Tomasi, Gründer von Tomasi Tourism, hat diese Entwicklung früh erkannt. Mit dem Delta Open Air Resort in Porto Garibaldi, Norditalien, entwickelt er derzeit eine konsequente Antwort darauf. Die Eröffnung ist für Mai 2027 geplant.
Tomasi ist kein Quereinsteiger. Seit der Gründung von Tomasi Tourism im Jahr 2012 hat er entlang der Adriaküste ein wachsendes Portfolio an Hospitality-Einrichtungen entwickelt und betrieben – darunter Hotels, Serviced Apartments, Campinganlagen und Strandanlagen. Das Delta Open Air Resort ist das bislang größte und konzeptionell anspruchsvollste Vorhaben des Unternehmens.
Im Interview spricht Ted Tomasi über die Idee hinter dem Resort, die Bedürfnisse moderner Reisender, den Aufbau eines Projekts dieser Größenordnung sowie die strategische Bedeutung des Ganzjahres- und MICE-Geschäfts.
Herr Tomasi, wie entstand die Idee zum Delta Open Air Resort?
Ted Tomasi: Wir haben beobachtet, dass Gäste heute nicht mehr nur eine Unterkunft buchen. Sie suchen einen Ort, der zu ihrem Leben passt und ihnen innerhalb eines Aufenthalts unterschiedliche Erlebnisse ermöglicht. Ein Resort muss sich dem Gast anpassen, nicht umgekehrt. Es muss für eine Familie mit Kindern ebenso funktionieren wie für ein Paar, das Ruhe sucht, für aktive Reisende oder für Gäste im Workation-Modus.
Was bedeutet der Leitgedanke der Resorts „One stay, many journeys“ in diesem Zusammenhang?
Ted Tomasi: Er beschreibt die Freiheit, einen Aufenthalt ganz unterschiedlich zu gestalten, ohne den Standort wechseln zu müssen. Natur, Wellness, Sport, Kulinarik, Familienangebote und Business-Infrastruktur kommen an einem Ort zusammen. Jeder Gast soll im Delta Open Air Resort seine eigene Reise erleben können – auch wenn alle denselben Ausgangspunkt teilen.
Welche Dimension hat das Projekt?
Ted Tomasi: Das Resort entsteht auf rund 390.000 Quadratmetern, einer Fläche von etwa 55 Fußballfeldern. Das Investitionsvolumen liegt bei über 50 Millionen Euro. Geplant sind 1.250 Unterkunftseinheiten unterschiedlicher Art, darunter Residenzen, Cottages, Garden Villas, Stellplätze für Wohnmobile und ein Fünf-Sterne-Hotel. Bei einer Gesamtkapazität von mehr als 5.000 Gästen umfasst das Angebot außerdem Wellness- und Spa-Bereiche, Sportanlagen, Pools, einen Wasserpark, Gastronomie sowie Konferenz- und Eventflächen.
Wie wollen Sie den unterschiedlichen Bedürfnissen von Familien, Paaren und Geschäftsreisenden gerecht werden?
Ted Tomasi: Wir planen Delta bewusst als multigenerationale Destination. Familien profitieren von Kids-Club, Wasserpark und großzügigen Unterkünften. Paare und erwachsene Gäste finden Wellnessangebote, Gastronomieerlebnisse und ruhigere Rückzugsbereiche. Für Unternehmen entstehen moderne Möglichkeiten für Meetings, Retreats und Incentive-Veranstaltungen. Entscheidend ist, dass unterschiedliche Reisegruppen ihren eigenen Raum finden, ohne sich gegenseitig einzuschränken.
Was bedeutet ein Projekt dieser Größenordnung für den Aufbau des Teams?
Ted Tomasi: Ein solches Vorhaben lässt sich nur interdisziplinär entwickeln. Architektur, Betrieb, Hospitality, Gastronomie, Wellness, Sport und Events müssen von Beginn an zusammengedacht werden. Für uns ist wichtig, dass alle Beteiligten dieselbe Vision teilen und das Resort nicht als Sammlung einzelner Angebote verstehen, sondern als zusammenhängendes Gästeerlebnis.
Warum ist das Delta Open Air Resort als Ganzjahresziel konzipiert?
Ted Tomasi: Delta soll nicht nur in den klassischen Sommermonaten funktionieren. Auch außerhalb der Hauptsaison sehen wir großes Potenzial für Retreats, Workations, Meetings und Business-Events. Das macht das Konzept wirtschaftlich tragfähiger und schafft zugleich ein verlässliches Angebot für Gäste und Partner über das gesamte Jahr hinweg.
Welche Rolle spielt das MICE-Segment in Ihrer Strategie?
Ted Tomasi: MICE ist für uns ein strategisches Standbein. Kongresse in der Natur, Retreat-Formate und Incentive-Reisen abseits klassischer Stadthotels sind längst keine Nischenthemen mehr. Unternehmen suchen gezielt nach Orten, die Produktivität und Erholung miteinander verbinden. Beim Mice & More Network Event im San Siro Stadium in Mailand haben wir erlebt, wie groß das Interesse an naturintegrierten Tagungsformaten bereits ist.
Was macht den Standort Porto Garibaldi besonders interessant?
Ted Tomasi: Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die nördliche Adria gut mit dem Auto erreichbar. Zugleich liegen Städte wie Bologna, Venedig, Ravenna und Ferrara in der Nähe. Damit verbindet der Standort naturnahes Reisen mit hoher Qualität und guter Erreichbarkeit – ohne dass ein Langstreckenflug notwendig ist.
Was macht das Delta Open Air Resort besonders?
Ted Tomasi: Es soll ein Resort der nächsten Generation sein, das mehr ist als die Summe seiner einzelnen Angebote. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Qualität und ein echter Bezug zur Umgebung. Unser Anspruch ist, dass jeder Gast denselben Ort auf seine eigene Weise erleben kann – ganz im Sinne von „One stay, many journeys“.

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