Vom KTX bis zum autonomen Shuttle: 5 Gründe, warum Koreas Infrastruktur die Event-Logistik bereichert
Schnellbahn GTX-A, neuer KTX-Anschluss für Incheon und fahrerlose Busse in Seoul: Was Planer von Kongressen, Tagungen und Incentives in Südkorea 2026 und 2027 wissen sollten.
Frankfurt/ Seoul, 26. Oktober 2026 – Kurze Transferzeiten, reibungslose Abläufe und innovative Mobilitätsangebote gewinnen für internationale Veranstaltungen zunehmend an Bedeutung. Südkorea treibt den Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur daher konsequent voran und schafft neue Verbindungen zwischen Flughafen, Hotel und Veranstaltungsort. Diese fünf Entwicklungen zeigen, was Planer von Kongressen, Tagungen und Incentives in den kommenden Jahren erwartet:
1. GTX-A verbindet Messe und Innenstadt von Seoul
Ende 2026 soll das neue Mittelstück der Schnellbahn GTX-A zwischen Seoul Station und Suseo in Betrieb gehen. Es verbindet die bestehenden Streckenabschnitte und verkürzt die Fahrzeit voraussichtlich auf rund acht Minuten. Die Station Samseong am Kongresszentrum COEX soll 2028 vollständig öffnen.
Schon heute fährt die GTX-A mit bis zu 180 km/h unterirdisch durch die Metropolregion Seoul. Seit Dezember 2024 bringt sie Gäste vom Messe- und Kongresszentrum KINTEX in Goyang in nur 16 Minuten zur Seoul Station, früher dauerte die Fahrt über 50 Minuten. Die Südachse zwischen Suseo und Dongtan ist bereits seit März 2024 in Betrieb.
Für Veranstaltungsplaner heißt das: Hotels in der Innenstadt lassen sich bequem mit Veranstaltungsflächen im Umland kombinieren, lange Bustransfers werden überflüssig.
2. Das KTX-Netz wächst: Incheon erhält ab Dezember 2026 eigenen Hochgeschwindigkeitsanschluss
Die staatliche Bahninfrastrukturgesellschaft Korea National Railway plant die Eröffnung des „KTX ab Incheon“ für Ende Dezember 2026. Ein 3,19 Kilometer langes neues Gleisstück verbindet dann die Station Songdo mit der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Busan und Gwangju. Damit fährt erstmals seit 2018 wieder ein KTX direkt aus Incheon. Nach Busan soll die Fahrt rund zwei Stunden und 30 Minuten dauern, gegenüber dem heutigen Umweg über Seoul sparen Reisende etwa 90 Minuten Zeit.
Für Veranstaltungen im Songdo Convensia lassen sich so Anschlussprogramme in Busan oder im Südwesten ohne Rückfahrt nach Seoul planen.
3. Fahrerlos durch Seoul: Autonome Busse und Robotaxis im Linienverkehr
Seit diesem Frühjahr fährt in Seoul mit der Frühbuslinie A741 der erste Linienbus, der die gesamte 23,5 Kilometer lange Strecke, von Gupabal über Gwanghwamun bis Yangjae ohne manuelles Eingreifen zurücklegt. Im Geschäftsviertel Gangnam ist die Flotte autonomer Nachttaxis seit August diesen Jahres auf 19 Fahrzeuge gewachsen. Bis 2030 will die Stadt 500 fahrerlose Linienbusse der Stufe 4 einsetzen.
Neben Tagungen und Kongressen können auch Fachexkursionen zu Herstellern und Betreibern autonomer Fahrzeuge Teil des Programms werden und Einblicke in Südkoreas Mobilitätsbranche geben.
4. Gangneung als Testfeld: Autonome Nachtshuttles im Einsatz
Seit Juli 2026 verbinden in Gangneung autonome Fahrzeuge nachts zwischen 22 und 5 Uhr den KTX-Bahnhof, den Busbahnhof und den Strand Anmok. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Besucher internationaler Veranstaltungen.
Für Planer bedeutet das mehr Flexibilität bei Abendveranstaltungen und Rahmenprogrammen, ohne dass ein klassisches Shuttle-Konzept nötig ist. Gangneung ist von Seoul per KTX in knapp zwei Stunden erreichbar. Die Küstenstadt hat sich zudem bereits als Gastgeberin großer internationaler Veranstaltungen bewährt: Zuletzt fand hier der ITS World Congress mit bis zu 60.000 Teilnehmenden aus rund 90 Ländern statt, erstmals außerhalb der großen Hauptstadtregionen.
5. Vom Gate zum Gleis: Flughafen Incheon direkt am KTX-Knoten Seoul Station
Der Expresszug AREX fährt ohne Zwischenhalt vom Incheon International Airport zur Seoul Station, und benötigt dabei - je nach Terminal - etwa 43 bis 51 Minuten. Von dort aus können Teilnehmende in KTX-Züge in alle Landesteile und in KINTEX umsteigen.
Die durchgängige Anbindung vom Flughafen bis zum Veranstaltungsort sorgt für reibungslosere Abläufe und mehr Planungssicherheit. Insbesondere bei international anreisenden Gruppen lassen sich Transfers flexibler organisieren und Ankunftszeiten besser koordinieren.
„Für Veranstaltungsplaner zählt am Ende jede Minute, die Teilnehmende nicht im Transfer verbringen“, sagt Stephanie Nickel, PR und MICE Manager, Korea Beyond Meetings / Korea Tourism Organization. „Mit der GTX-A, dem neuen KTX-Anschluss in Incheon und autonomen Shuttles wie in Gangneung entstehen Verbindungen, die Programme zwischen Seoul, den Kongressstädten und den Regionen dichter und planbarer machen. Wir laden Planer ein, diese Infrastruktur selbst zu testen.“

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